„Wer alleine arbeitet, addiert - wer miteinander arbeitet, der multipliziert." Was sich auf den ersten Blick wie eine Selbstverständlichkeit liest, erweist sich in der täglichen Praxis als eine der komplexesten Aufgaben in der Betriebsführung. Wie SHK-Unternehmer die Entwicklung von der Gruppe hin zum Team steuern können, zeigt der folgende Beitrag.

Extreme Unterschiede gibt es in der Praxis zwischen einer Gruppe und einem Team. Der Begriff „Gruppe" ist ein Fachbegriff aus der Biologie (Arten, Gattungen, Rassen, Gruppen) und ist von seiner Bedeutung her klar: In jeder Gruppe gibt es Regeln und Rituale. Diese Regeln sind meistens sehr starr und die Gruppe „lebt" von der Einhaltung der Regeln und Normen. Dies ist bis zu einem gewissem Grad für den Betriebsablauf auch sehr nützlich und positiv, wie z. B. bei der Zertifizierung nach DIN ISO 9001.

Leider entwickeln sich die meisten Gruppen aber nicht mehr weiter und nehmen Rituale dann als gegeben hin. Die Unternehmensleitung bemerkt dies spätestens dann, wenn sie eine Veränderung im Betrieb einführen will und die einhellige Aussage kommt: „Das haben wir aber bisher immer anders gemacht. Dieses ausgeprägte Gruppenverhalten ist besonders auffällig, wenn eine Betriebsübergabe an den Junior oder Aktionen in Richtung Kundenorientierung anstehen.

Von der Gruppe zum Team
Der Begriff „Team" stammt aus dem Amerikanischen und lässt sich nur sehr schwer ins Deutsche übersetzen. Am ehesten greift die Übersetzung „Mannschaft". Fragt man in vielen SHK-Betrieben nach der Zusammenarbeit bekommt man die Antwort „Wir haben ein gutes Betriebsklima". Wenn wir die Mitarbeiter befragen erhalten wir jedoch ganz andere Antworten, insbesondere wenn es um Themen wie Kundenreklamationen, Probleme mit der Arbeitsvorbereitung, Montagefahrzeuge etc. geht.

Es stellt sich also im Grunde nicht die Frage, ob Team oder Gruppe. Die Aufgabe heißt: Entwicklung von der Gruppe hin zum Team. Einer der auffälligsten Unterschiede zwischen Team und Gruppe ist sicher, dass in einem Team keine Hierarchien mehr existieren. Aber keine Angst: Der Betrieb gehört schon noch Ihnen und es ist nicht so, dass die Mitarbeiter die Firma übernehmen. Ganz im Gegenteil: Die Teams übernehmen Aufgaben, die von der Geschäftsleitung zu einem großen Teil vorgegeben werden und arbeiten diese ab. Der große Unterschied liegt darin, dass die Mitarbeiter dies alle gemeinsam und vor allem auch gerne tun. Wenn Sie wirklich Teams wollen, müssen alle Mitarbeiter informiert und von Anfang an mit eingebunden werden.

Wie funktionieren Teams?
Jeder Teamaufbau beginnt mit der Überlegung, wie Teams zusammengesetzt werden sollen. Diese Überlegungen werden ausschließlich von der Geschäftsleitung getroffen. Sie können die Teams z.B. nach Funktionen wie Montage zusammenstellen. Weiterhin besteht die Möglichkeit, Teams nach Kostenstellen einzuführen. Eine dritte Variante ist, Teams quer durch alle Funktionen zu bilden. Das bedeutet, dass der Azubi, die Sekretärin und der Geselle in einem Team sind. Die letztgenannte Zusammensetzung ist sehr spektakulär und führt am Anfang zu leichten Missverständnissen, weil hier bisher meist keine Informationswege bestanden haben.
Das Bilden von Teams lohnt sich ab zehn Mitarbeitern. Unterhalb dieser Betriebsgröße sind die meisten SHK-Betriebe ohnehin inhabergeführt und die Mitarbeiter zum großen Teil bereits sehr lange in der Firma; oft gehören sie sozusagen „zur Familie". Die Familie ist übrigens eines der besten Beispiele für Teams. Wenn die Beziehungen innerhalb der Familie funktionieren spricht man von einer harmonischen Familie. Sind die Beziehungen jedoch gestört, erfolgt ein Rückfall in die Gruppe und das endet sehr häufig mit Trennung.

Wie baut man ein Team auf?
Zum Einstieg in die Teambildung empfiehlt sich eine sogenannte Kick-Off-Veranstaltung. Das soll heißen: Sie ziehen sich mit der ganzen Mannschaft zurück. Am besten an einem Wochenende. Erklären Sie allen Mitarbeitern, warum Sie Teams einführen wollen, wo die Vorteile und wo auch die Anfangsschwierigkeiten liegen werden. Versprechen Sie keinen Honigkuchenmond, sondern knallharte Veränderungsarbeit.

Am Ende der Teameinführung steht immer das Ziel: Nicht der Chef alleine führt den Betrieb, sondern: Der Betrieb führt sich selbst. Das meint nichts anderes, als dass der Prozess, in dem sich ja die Mitarbeiter am besten auskennen, im Vordergrund steht. In der Praxis heißt das konkret, dass die Arbeit eben zum größten Teil selbstständig geplant und eingeteilt wird, dass die Monteure ihre Fahrzeuge und Maschinen selbst disponieren und dass die Mitarbeiter am Ergebnis der Firma beteiligt werden. Die eigentliche Arbeit beginnt aber erst nach der Kick-Off-Veranstaltung.

Dann beginnt die praktische Einführung und Umsetzung der Teamstrukturen im Betrieb unter Alltagsbedingungen. Bis zu den ersten konkreten Ergebnissen muss man mit einer Dauer von ca. einem Jahr rechnen. Dann haben sich die Mitarbeiter an das neue System gewöhnt und die Erfahrungen gehen in den betrieblichen Alltag über. Wie der Aufbau von Teams weitergeht und wie dieser Aufbau in der Praxis vor sich geht, erfahren Sie in der nächsten bav.


Gruppe oder Team??

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